Turmuhr
Diese Uhr dürfte um 1774 gebaut worden sein. Dies machten in dieser Zeit Schlosser- und Schmiedemeister. Sie war in der ehemaligen Firma Drahtzug in Altleiningen im sog. Herrenhaus eingebaut. Als die Firma ihre Pforten schloss wurde das Uhrwerk mit Glocke und Zifferblatt ausgebaut und zwischengelagert, stand aber längere Zeit im Foyer der Firma. Danach wurde es dem Motorrad- und Technikmuseum als Spende überlassen. Dort kam man schnell zu dem Entschluss der Restaurierung. Man machte sich zuerst einmal über die Funktion der doch recht aufwändigen Technik schlau und Stück für Stück begann dann die Restaurierung dieses wertvollen Prachtstücks. Nach der Reinigung und ein paar Korrekturen war das Uhrwerk wieder soweit funktionsfähig. Aber da man den Glockenschlag wieder aktivieren wollte zog sich die Fertigstellung doch noch in die Länge, da hierfür noch einige Teile angefertigt werden mussten. Der größte und komplizierteste Aufwand war der, dass die Anzeige des Ziffernblattes wieder in Funktion kommen sollte, da Selbiges jetzt ganz in der Nähe des Uhrwerks saß. Dafür mussten Gelenkwellen und Zahnräder angefertigt werden. Zu guter Letzt mussten noch die Uhrengewichte angefertigt und nivelliert werden, um die Turmuhr in Bewegung zu setzen.
Aber das Schrauber-Team des MTM hat auch das noch hingekriegt und nun können wir voller Stolz eine voll funktionsfähige antike Turmuhr präsentieren die bei einem Besuch des Museums bewundert werden kann.
Historie der Firma Drahtzug
1423 erste schriftliche Erwähnung laut einer Urkunde von Kaiser Sigismund vom 14.09.1423
1600 Erwähnung eines Hammers (Eisenschmiede) in einem Vertrag vom 30.11.1600
zwischen den Grafen von Leiningen und Friedrich von Flersheim
1609 Graf Ludwig zu Leiningen Westerburg Rixingen bittet Kaiser Rudolf am 27.02.1609 um das
Münzrecht
1740 pachtet Johann Nikolaus II Gienanth den Eisenhammer im Leinigertal (den heutigen Drahtzug)
1774 wurde das Herrenhaus gebaut, in dem die Uhr eingebaut war, sie ist also aus dieser Zeit
1803 gaben die Grafen von Leiningen ihren Stammsitz auf und Ludwig von Gienanth kaufte den
Altleininger Hammer
1811 Napoleon Bonaparte erteilte die Genehmigung zum Bau eines Drahtzuges, seitdem heißt
der Ort Drahtzug
1860 übernahmen am 02.02.1860 die Gebrüder Kuhn den Drahtzug (Kaufpreis 45.000 Fl) *
1903 am 01.03.1903 bekam der Drahtzug einen Bahnanschluss
1907 bekam der Drahtzug eine Telegraphenstation
1941 kaufte Georg Stein den Drahtzug
2013 Verkauf der Schweißtechnik (oberer Teil des Drahtzugs, also auch der alte Standort der Uhr)
durch Drahtzug Stein an ITW am 28.02.2013
2016 verkaufte die Familie Stein am 02.11.2016 die Firma Drahtzug Stein an den Finanzinvestor
Emeram aus München
2019 Umbenennung der Firma in DRADURA
2020 Insolvenz von DRADURA
2021 Verkauf des insolventen Unternehmens an FMC (heute LINK Industrial) am 01.07.2021
2024 Schließung der Produktion in Atleiningen am 31.12.2024
2026 voraussichtliche Schließung des Standortes DRADURA Altleiningen zum
Ende des Jahres (ohne Gewähr)
2026 Die Firma ITW produziert bis auf Weiteres am Standort Altleiningen
* 45 00 Fl sind Gulden oder Florin. Heutiger Wert wäre lt. Wikipedia in etwa 450.000 €